Stromanbieter wechseln und Geld sparen

Stromanbieter wechsleln und Geld sparen - aber nicht ganz ohne Risiko

Immer wieder hört man, wie viel Geld man sparen könnte, wenn man den Stromanbieter wechseln würde. Je nach Verbrauch können da schon mehrere hundert Euros pro Jahr zusammen kommen. Dann hört man aber auch vieles von unseriösen Anbietern und merkwürdigen Geschäftspraktiken bis hin zum Totalverlust der Vorauszahlung wegen der Insolvenz des Stromanbieters. So wurde das Insolvenzverfahren der TelDaFax Holding im September 2011 eröffnet, was zur Folge hatte, dass bereits im Voraus gezahlte Beträge futsch waren und der Kunde nicht mehr von TelDaFax mit Strom beliefert wurde. Stattdessen trat der örtliche Versorger ein und kassierte für den Strom erneut.

 

Sucht man in den Foren nach den diversen Billigstromanbietern, wird man oft von fragwürdigen Geschäftspraktiken lesen. Warnungen werden ausgesprochen und oft mit blumigen Worten der jeweilige Anbieter schlecht gemacht.

 

Die Geschäftsmodelle einiger Anbieter ähneln sich sehr. Der Kunde wird mit einem billigen Strompreis im ersten Jahr, oft inklusive eines Bonus in Form einer Geldgutschrift nach einem Jahr oder Gutschrift von KWh (Kilowattstunden) Strom, angelockt. Spätestens nach Ablauf dieses Jahres gibt es eine saftige Strompreiserhöhung, die oft auch deutlich über der des lokalen Anbieters liegen kann. Nutzt man hier nicht sein Sonderkündigungsrecht, hängt man schnell ein weiteres Jahr im Vertrag und die Gesamtersparnis ist kaum noch spürbar.

 

Bei dem obigen Modell wird der Strom angeblich deutlich unter dem eigenen Beschaffungspreis angeboten. Die Vorauszahlungen der Neukunden helfen dabei, die Verluste durch den eigentlich zu geringen Abgabepreis auszugleichen. Solange regelmäßig eine bestimmte Anzahl von Neukunden hinzu kommt und nach einem Jahr eine gewisse Anzahl an Kunden „hängen“ bleibt, also nicht vom Sonderkündigungsrecht nach Preiserhöhung gebrauch macht, scheint die Rechnung aufzugehen.

 

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Da es für diesen Billigstrom-Anbieter wichtig ist, möglichst frühzeitig an die Vorauszahlungen zu kommen, wird das auch immer wieder versucht. So wird, einem z.B. als „voraussichtlicher Lieferbeginn“ der 1.10. mitgeteilt (natürlich vollkommen unverbindlich). Die Vorauszahlung wird aber bereits zum 20.08. erwartet. Üblicherweise wird, sollte das Geld nicht „pünktlich“ eintreffen die eine oder andere Mahnung versandt. Ein Blick in die AGB des Anbieters schafft hier aber Klarheit. Hier steht eindeutig, dass die Zahlung mit „Beginn der Lieferperiode“, also der 1.10., fällig ist. Dann wird auch noch mit der Angst der Kunden spekuliert, so könne man für z.B. 89,75 Euro (bei angenommenen 4.000 KWh p.a.), die Preisgarantie verlängern (außer bei Erhöhungen der Umsatzsteuer).   Schaut man auch hier wieder in die AGB des Anbieters, stellt man fest, dass zwar die Sonderkündigung bei Erhöhung der Strom- oder Umsatzsteier ausgeschlossen ist, man andernfalls aber innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Erhöhung kündigen kann. Dann muss man halt ein wenig früher wieder den Anbieter wechseln.

 

Zur Veranschaulichung der möglichen Ersparnis hier eine Beispielrechnung

(Stand 01.08.2012):

 

Angenommener Jahresverbrauch in Berlin: 4.000 KWh

 

Dieser kostet bei Vattenfall im Tarif „Berlin Basis Privatstrom“ 1.040,00 Euro / Jahr.

 

Die Löwenzahn Energie GmbH möchte bei 1/2-jähriger Vorauszahlung lediglich 569,88 Euro / Jahr haben und schreibt sogar noch 840 KWh nach einem Jahr Belieferung gut, was eine zusätzliche Ersparnis von rund 99,00 Euro  ausmacht. 

 

Und hier sollte man einfach nüchtern rechnen:

 

Im optimalsten Fall (Strompreis bleibt mind. 1 Jahr unverändert, das Unternehmen geht nicht in die Insolvenz) spart man in diesem Beispiel gegenüber dem lokalen Versorger Vattenfall gut 569,12 Euro (1040,00 - (569,88 - 99,00)).

 

der mögliche Maximalverlust beträgt, nimmt man an, der Versorger stellt die Lieferung am Tag der Überweisung der Vorauszahlung ein, weil er insolvent ist, 284,94 Euro.

 

Rechnet man realistisch, wird man den Bonus von 99,00 Euro wohl eher nicht bekommen, da sich der Strompreis wahrscheinlich schon innerhalb des ersten Jahres „anpassen“ werden und man wahrscheinlich frühzeitig von seinem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen wird. Dennoch bleibt hier eine monatliche Ersparnis von 39,18 Euro ((1.040,00 - 569,88) / 12).

 

Zusätzlich zum oben ausgeführten Beispiel bietet Löwenzahn auch einen Tarif mit jährlicher Vorauszahlung an. Hier lässt sich bei entsprechend höherem Risiko noch mehr einsparen.

 

Wer die Risiken kennt und sich nicht scheut, im Bedarfsfall den Anbieter zu wechseln, kann seine Stromrechnung durchaus merklich reduzieren, allerdings darf man sich von einer Mahnung nicht gleich einschüchtern lassen und muss in der Lage und Willens sein, den einen oder anderen Briefwechsel in Kauf zu nehmen.


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