Mietkautionsbürgschaft - echte Ersparnis oder teure Mogelpackung?

Günstiger als der Dispo und flexibler als ein Ratenkredit - wer seine Mietkaution finanzieren muss, findet in einer Mietkautionsbürgschaft eine praktikable Lösung. Doch die Alternative zur Barkaution ist nicht umsonst. Unterschiedliche Gebührenmodelle der Kautionsversicherer erschweren zudem den Vergleich. Wir erläutern was die Policen wirklich kosten, und wie man tatsächlich damit spart.

 

Eine Kautionsbürgschaft entlastet die stark beanspruchte Umzugskasse des Mieters um bis zu drei Nettokaltmieten. Für den Mieter bedeutet das: mehr Geld für Möbel, den Makler oder einen professionellen Umzugstransport. Doch umsonst ist der Liquiditätsvorteil nicht. Einmal im Jahr wird wie bei einer Versicherung ein Jahresbeitrag fällig. Je nach Anbieter ist dieser nicht gerade günstig. Doch wer vorher die Konditionen der Anbieter vergleicht, kann tatsächlich Geld sparen.

 

12% Zinsen für den Dispo oder 6% Zinsen für einen Ratenkredit? Das geht mit einer Kautionsbürschaft günstiger - zumindest auf den ersten Blick. Doch wie teuer sind die Kautionskassen wirklich? 5 % Zinsen auf die Kautionssumme + einmalig 50 Euro Bearbeitungsgebühr, ab dem zweiten Vertragsjahr 5% Zinsen + 10€ Servicepauschale. Das sind die Konditionen des Marktführers Deutsche Kautionskasse (die aus dem TV bekannte Moneyfix-Mietkaution). Betrachtet man dies im Vergleich zur Einmalkaution von z.B. 1200 Euro, erhöht die Kautionsbürgschaft die Liquidität für den Mieter um selbigen Betrag abzüglich der Prämie. Gut für die Umzugskasse, die Ersparnisse und den Dispo. Doch auch die Kautionsversicherer machen Ihren Schnitt. Denn berechnet man den bei Krediten üblichen Effektivzins, erweisen sich zumindest die Konditionen der Moneyfix-Mietkaution als relativ teuer. Je nach Laufzeit schlagen sich die Anfangsgebühren mehr oder weniger auf die Gesamtkosten nieder. Bei kurzer Laufzeit beträgt der Effektivzins bei der Moneyfix-Mietkaution somit über 6%. Mit steigender Laufzeit reduziert sich der Einfluss der Bearbeitungsgebühr auf die Gesamtkosten, der Effektivzins sinkt ab.

 

Hier sind andere Anbieter deutlich günstiger. Zudem gibt es kundenfreundlichere Kostenmodelle, bei welchen die anfallenden Kosten für den Verbraucher sofort ersichtlich sind. Ein gutes Beispiel bietet der noch recht neue Anbieter Kautel. Mit 4,7 Zinsen gerechnet auf die Kautionssumme pro Jahr ist dieser deutlich günstiger als der Marktführer . Zudem kann der Mieter recht schnell erkennen, welche Kosten ihn tatsächlich erwarten. Wie bei einem Kredit gibt es hier nur einen festen Zinssatz, der in diesem Fall mit dem Effektivzins identisch ist. Denn zusätzliche Kosten sucht man bei Kautel vergebens. So lassen sich die Kosten für eine bestimmte Kautionssumme relativ einfach überschauen.

 

Auf Dauer summieren sich die Kosten. Denn der Beitrag fällt jedes Jahr erneut an. Wer eine Kaution in Höhe von 1.000 Euro hinterlegt, zahlt je nach Anbieter einen Jahresbeitrag von etwa 50 Euro. Bei einer Laufzeit von 10 Jahren kommen so 500 Euro an Beitragskosten zusammen. Dies entspricht bereits der Hälfte der eigentlichen Kautionssumme. Immerhin lassen sich die Verträge kurzfristig und unkompliziert beenden. Wer mit der Bürgschaft Geld sparen möchte, sollte sie daher kündigen, nachdem die eigenen Ersparnisse wieder für eine normale Mietkaution ausreichen. Bei kurzer Laufzeit von z.B. zwei oder drei Jahren halten sich die Gebühren in Grenzen, der finanzielle Vorteil einer Mietbürgschaft ist in diesem Fall vorhanden.

 

Wer schlecht im Kopfrechnen ist, oder Zeit sparen möchte, profitiert von Rechentools welche die Kosten direkt anzeigen. Je nach Höhe der Kautionssumme und Länge der Vertragslaufzeit kann jeweils ein anderer Anbieter attraktiv sein.

 

Teuer wird das Kautionsmodell, wenn die Bürgschaft vom Vermieter beansprucht wird. Denn kommt es zum Schadensfall, reguliert die Versicherung zwar den Schaden, holt sich das Geld jedoch später vom Mieter zurück. So muss der Mieter die Kaution letztlich doch aus den eigenen Ersparnissen begleichen. Den gezahlten Beitrag gibt es zudem nicht zurück.

 

Fazit: betrachtet man die Mietkautionsbürgschaft als eher kurzfristige Lösung, und wählt man möglichst einen Anbieter ohne anfängliche Zusatzgebühren, ist die Alternative zur Barkaution für klamme Umzügler durchaus hilfreich. Doch sobald die Ersparnisse nach dem Umzug wieder anwachsen, sollte die Bürgschaft gekündigt und gegen die übliche Barkaution eingetauscht werden. Ein Liquiditätsvorteil bietet die Kautionsbürgschaft vor allem, wenn sie nicht vom Vermieter gezogen wird. Empfehlenswert ist das Bürgschaftsmodell laut ARD-Ratgeber Geld dann, wenn die Ersparnisse knapp sind, und / oder eine teure Kreditlösung benötigt würde.


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