Nach einer Innenrohrsanierung mit Epoxidharz

Wurde bei Ihnen in den letzten Jahren eine Sanierung der Trinkwasserrohre durchgeführt? Ist dabei Epoxidharz mitverwendet worden, müssen Sie Folgendes wissen.

Die Trinkwasserleitung eines Mehrfamilienhauses ist die Lebensader der Mieter, könnte man poetisch sagen. Aber auch Adern werden schwächer, und müssen irgendwann ausgetauscht oder zumindest saniert werden. Erste Hinweise von Porösität und Materialverschleiß lassen eine Notwendigkeit darauf erkennen.

Die Trinkwasserleitung eines Mehrfamilienhauses ist die Lebensader der Mieter, könnte man poetisch sagen. Aber auch Adern werden schwächer, und müssen irgendwann ausgetauscht oder zumindest saniert werden. Erste Hinweise von Porösität und Materialverschleiß lassen eine Notwendigkeit darauf erkennen.
 

Warum ist eine Innenrohrsanierung mit Epoxidharz gesundheitlich bedenklich?

Bei einer Innenrohrsanierung wird eine korrosionsbefallene Wasserleitung nicht ersetzt, sondern anstelle dessen eine Art Epoxidharzschicht hineingespritzt. Vor diesem Prozedere bringt man großen Wasserdruck in die Rohre, um eventuelle Ablagerungen zu beseitigen, oder man führt ein spezielles Beizverfahren durch. So etwas ist sauberer, schneller und vor allem – ökonomischer für den Kostenträger.

Nur hier liegt die Gefahr. Die Sanierung von Trinkwasserrohren in Verbindung mit Epoxidharz wurde vor drei Jahren auf Initiative des Bundesumweltamtes mit hohen Auflagen versehen. Der Grund sind große Zweifel an der Effizienz, aber vielmehr noch an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit dieser Sanierungsmethode. Epoxidharz steht im Ruf, ein Krebserreger zu sein.
Deshalb gilt ein von 2007 bis 2011 zugelassenes Dichtungsmittel heute als gesundheitlich bedenklich und damit für jegliche Sanierungsmaßnahmen für Wasserrohre untersagt. Bis heute gibt es noch immer zu wenig Erkenntnisse, die ein Verbot wieder rückgängig machen könnten. Wobei dies eher Nutzen als Schaden hat, schließlich hat das Lenkungskomitee DVGW alle trinkwasserhygienischen und technischen Arbeitsrichtlinien in diesem Zusammenhang kassiert.
 

Was, wenn es schon zu spät ist? Rechte von Mietern

Was, wenn in den Vorjahren eine Sanierung durchgeführt wurde, bei der Epoxidharz verwendet worden sein dürfte? Wenn gesicherte Erkenntnisse darüber vorliegen, muss kein Mieter den Kontakt zu möglicherweise kontaminiertem Wasser dulden. Hat die verantwortliche Stelle vor 2011 eine Sanierung mit heute verbotenen Stoffen vornehmen lassen oder selbst vorgenommen, ist eine regelmäßige Untersuchung des Trinkwassers bzw. der Trinkwasseranlage gesetzliche Pflicht.

Bemerken Sie als Mieter indes Symptome für eine Kontaminierung oder messen sogar selbst, dass gesetzliche Höchstwerte überschritten wurden, ist es Zeit zu handeln (oder mit Hilfe eines Anwalts für Immobilienrecht zu klagen). In jedem Falle muss eine mit Epoxid verharzte, (nicht ordnungsgemäß) „sanierte“ Rohrleitung entfernt werden und ihrer statt eine neue eingebaut werden.

Strafbar macht sich, wer nur unzureichend und nicht in genügendem Maße für den gesundheitlich unbedenklichen Zustand eines Trinkwasserversorgungsystems sorgt. § 24 Abs. 1 Trinkwasserverordnung schreibt in der Version vom 01.11.2011 in Verbindung mit §75 Infektionsschutzgesetz dann auch keine Geldstrafe mehr nur vor, sondern auch Freiheitsentzug bis zu zwei Jahren.

Hoffen wir, dass es a) bei Ihnen nicht dazu kommt und b) sich im Falle des Falles die verantwortlichen Stellen zu einer vernünftigen Entscheidung begeben. Andernfalls haben Sie bei entsprechender Dokumentation ein paar ziemlich gute Faustpfande in der Hand.

 

Beitragsbild: © johnnyb / pixelio.de


 


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